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rosinenpicker
22:08
Danke, Au revoir, Arrivederci!
"Ich verbrachte mehrere Tage und Nächte im September mit einem kranken Schwein, und es treibt mich, über diese Phase zu berichten, vor allem deshalb, weil das Schwein schließlich starb, während ich weiterlebte, und weil es ja auch umgekehrt hätte laufen können - und wer hätte dann berichten wollen?"
Gut, dieser Satz hat nichts mit dem Folgenden zu tun. Aber man weiß ja: Der erste Satz ist wichtig, sonst hört der Leser auf zu lesen - und ist kein Leser mehr. (Der Satz ist übrigens auf dem "New Yorker".)
So, ich könnte hier auch Heinz Prüller zitieren, der sich aus Formel-1-Rennen gerne mit einem nervös vorgetragenen "Auf Wiedersehen, meine Damen und Herren. Goodbye, Ladies and Gentlemen. Auf Wiedersehen, Au Revoir, Sayonara und Adios" verabschiedete. Oder mit Peter Westenthaler, der in lupenreinem Favoritnerisch "Wir sagen Adieu" hauchte.
Worum es geht: Der Rosinenpicker ist müde geworden. Mindestens so müde wie Michael Jordan im Jänner 1999, Lance Armstrong im Juli 2005 oder Franz Müntefering im September 2009. Dieser Blog war immer um Leichtfüßigkeit bemüht, doch meine Beine sind schwer. Nun gut, lieber ein Ende mit Schrecken als ein ... (ach ihr wisst schon).
Zuletzt möchte ich all jenen danken, die mit mir dieses abwechslungsreiche Jahr auf Soup.io verbracht haben. Soll heißen: mich mit ihren Reposts angespornt und motivert haben, weiter die Rosinen zu picken aus diesem oft bittersüßen, zuweilen auch widerwärtigen, faden und mürben Gugelhupf namens Internet.
Special Thanks richten sich an digitale Weggefährten wie deinneuerfreund, Kuhni, Antifuchs und uebermannt, um nur einige zu nennen.
Unschätzbarer Dank gebührt nicht zuletzt meinem Soulmate Bürohengst, der wohl als einer der unterschätztesten Akteure der Blogosphäre gelten darf; der beharrlich und unermüdlich im Underground des Undergrounds wühlt, in seinem Sisyphos-artigen Kampf um Aufmerksamkeit. Ein unbeirrbarer Widerstandskämpfer gegen den um sich greifenden Schwachsinn einer im eigenen Saft bratenden Menschheit. Reinen Gewissens kann ich jene, die die Rosinen hier vermissen werden, auf den Bürohengst verweisen.
Kurze Einschränkung dieses Abschiedsbriefes: Wie kluge Leser registriert haben werden, sind Jordan, Armstrong und Müntefering allesamt mindestens einmal vom Rücktritt zurückgetreten. Sollte es dem Rosinenpicker unter den Fingernägeln brennen oder sollten die Proponenten des offiziellen Österreich weiter die Republik im fünften Gang in Richtung Abgrund fahren, behält sich der Rosinenpicker das Recht vor, seinem Ärger wieder Luft zu machen.
Nun gut. Um es mit Heinrich Heines letzten Worten zu sagen: "Gott wird mir verzeihen – das ist sein Metier."
Reposted bybuerohengst buerohengst

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